Alpiner Skisport wird in erster Linie mit viel Schnee und einer oft malerischen Berglandschaft verbunden. Wer kennt die spektakulären TV-Bilder nicht? Ski-Ikonen wie Felix Neureuther rasen mit 130 und mehr Stundenkilometern die Pisten dieser Welt hinunter und haben dabei immer die bestmögliche Streckenzeit im Visier.

 

Dass auch mitten im Ruhrgebiet der alpine Sport ein Zuhause hat, bedarf wohl einem gewissen Maß an Vorstellungskraft. Doch selbst Bottrop bietet den Skifahrern eine Heimat: ein Berg, eine Halle – in diesem Fall das an der Prosperstraße beheimatete Alpincenter – und der Ski-Club 58. Schon hat man alle Zutaten beisammen, die für die Ausrichtung einer Stadtmeisterschaft von Nöten sind. Und das im Herzen des „Kohlenpotts“, fernab von schneebedeckten Berglandschaften. Ursprünglich wurden die Meister im Sauerland ermittelt, doch schon in den jüngsten Jahren wich der Ski-Club mitunter witterungsbedingt ins Alpincenter aus.

 

Keine reine Spaßveranstaltung

Karl-Heinz Graw freut sich auf den für regionale Verhältnisse exotischen

Wettbewerb am Sonntag. „Für uns ist die Meisterschaft wie in jedem Jahr ein Highlight“, so der Sportwart des Bottroper Skivereins, der zugleich Skilehrer in der Skihalle ist und mit für den Kontakt zum Center sowie die Organisation verantwortlich zeichnet. Nach der Startnummernausgabe und einer ersten Streckenbesichtigung – für die Skicracks geht es im Riesenslalom über eine Höhendifferenz von 53 Metern und eine Streckenlänge von knapp 390 Metern die Piste runter – wird ab 11 Uhr der Streckenrekord gejagt. Doch verkommt die offene Stadtmeisterschaft angesichts einer professionell angehauchten Organisation keinesfalls zu einer reinen Spaßveranstaltung: eine aufwendige Technik soll für eine möglichst exakte Zeitangabe sorgen, dazu wurde ein mehrköpfiges Rennkomitee sowie eine Jury gebildet, welcher mit Stefan Niehüser auch ein Mitglied des Westdeutschen Skiverbands angehört. Schon seit Tagen fiebern die gemeldeten Sportler dem Auftakt entgegen, bereits am Mittwoch erfolgte in einem offiziellen Rahmen die Auslosung der Startnummern.

 

Nachmeldungen sind möglich

Tags zuvor endete die Anmeldephase; wer jedoch kurzfristig dazustoßen und sein Können auf der Strecke unter Beweis stellen möchte, der kann die Möglichkeit wahrnehmen und sich bis zum Sonntag (9.30 Uhr) gegen eine zusätzliche Nachmeldegebühr von fünf Euro eintragen lassen.

Auch ansehnliche Preise bleiben nicht aus. Zu gewinnen gibt es wie in jedem Jahr in etlichen Altersklassen Pokale, Medaillen und dazu Urkunden bei einer erfolgreichen Teilnahme. Die Sieger des vergangenen Jahres, Julia Künkler und Julian Goworek, dürften bei der diesjährigen Auflage ebenfalls wieder mit von der Partie sein und werden alles daran setzen, ihre Stadtmeistertitel zu verteidigen.

 

Spätestens mit der Ehrung der Sieger dürfte es aber auch die tollkühnsten

Skisportler von der minus vier Grad Celsius kalten Piste hinaus ins Freie ziehen. 2014 und 2015 wurden die Pokale und Edelmetalle jeweils unter strahlendem Sonnenschein und bei angenehmen Temperaturen im Biergarten des Alpincenters an ihre neuen Besitzer überreicht. Auch damit dürften sich die Cracks einverstanden zeigen.

 

Sebastian Goretzki